Was bedeutet es, Widerstand zu leisten? Was heißt es, Mut aufzubringen und für seine Freiheit zu kämpfen?
Auch in diesem Jahr hatten Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs die Möglichkeit, gemeinsam mit Frau Ebrahimi und Frau Zietz das Grenzlandmuseum Eichsfeld zu besuchen. Gefördert durch die Konrad-Adenauer-Stiftung setzten wir uns zusammen mit einer thüringischen Klasse zwei Tage lang intensiv mit genau diesen Fragen auseinander. Unter dem Themenschwerpunkt „Widerstand und Opposition in Ost und West" lernten wir unterschiedliche Perspektiven auf Freiheit, Demokratie und politischen Protest kennen.
Nach einem ersten Kennenlernen innerhalb der Workshop-Gruppen folgte ein Podiumsgespräch unter dem Motto: ,,Mut zum Widerstand?! Widerstand und Opposition in Diktatur und Demokratie". Der thüringische Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Christian Tischner sowie der niedersächsische Landtagsabgeordnete Christian Frölich beantworteten in einer angeregten Diskussion Fragen zu ihren eigenen Erfahrungen mit Widerstand sowie zu ihren Gedanken und Ansichten zum Thema Extremismus. Anschließend hatten auch wir Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen.
Nach einer Mittagspause, die Gelegenheit zum Austausch mit der thüringischen Klasse bot, starteten wir zu einer Entdeckungstour auf dem Gelände der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Während des Rundgangs sahen wir viele originalgetreue Gebäude und Bestandteile der Grenzanlage, die uns einen realistischen Einblick in deren Aufbau vermittelten. Um den historische Hintergrund noch näher kennenzulernen, sahen wir uns anschließend im dazugehörigen Museum um.
Am folgenden Tag durften wir in unseren Workshopgruppen noch tiefer in die jeweiligen Themen eintauchen.
Die erste Gruppe beschäftigte sich mit politischem Protest im Systemvergleich. Dabei setzte sie sich einerseits mit Protesten in der BRD und DDR zur Zeit der Teilung auseinander, andererseits aber auch mit Protestformen im digitalen Zeitalter.
Die zweite Gruppe mit dem Thema „Jugendopposition in der DDR" tauchte in das Leben zweier Jugendlicher mit völlig unterschiedlichen politischen Einstellungen ein und erfuhr, wie unterschiedlich Lebenswege - abhängig von der Systemtreue - verlaufen konnten.
Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema „Fake News in sozialen Medien" und recherchierte gemeinsam mit dem Reporter Marius Reichert über den Einfluss von Medien und sozialen Netzwerken auf die Meinungsbildung.
Die vierte Gruppe arbeitete zum Thema „Allersleben-Ein Biografiespiel zum Erwachsenwerden in der DDR". Dort konnten die Teilnehmenden in die Rollen verschiedener Jugendlicher schlüpfen und erfahren, was es bedeutet, unter staatlicher Bevormundung und fehlender Freiheit aufzuwachsen.
Abschließend kamen alle Gruppen noch einmal im gemeinsamen Plenum zusammen und präsentierten ihre Arbeitsergebnisse auf unterschiedliche Weise, zum Beispiel in Form von Kurzvideos oder Plakaten. Nach einer kurzen Reflexion über die vergangenen zwei Tage ging es schließlich nach einem Stück Kuchen und
einer Tasse Kaffee wieder zurück nach Hause.
Insgesamt war die Fahrt eine spannende Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, sich mit den thüringischen Schülerinnen und Schüler auszutauschen und den eigenen Horizont zu erweitern.
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