Aktuell am Gymnasium

Leben in einer Diktatur

Ein Mitarbeiter des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen aus Berlin berichtet im Gymnasium Burgwedel

Erstellt von Sandra Skade und Julius König (Q1) |

„Was fällt euch spontan ein, wenn ich das Wort „DDR“ in den Raum werfe?“ So begann Dr. Löhn seinen Vortrag. Und genauso machte er weiter; locker und mit Witz erklärte er uns anhand vieler Beispiele das System der SED-Herrschaft und was es bedeutete, in einer sozialistischen Diktatur zu leben und wie sie das Leben der Menschen auf jeder Ebene durchdrang. Er ging außerdem auf Methoden der Stasi ein. „Wie kam es dazu, dass sogar Jugendliche als IM ihre Mitschüler oder sogar die eigenen Eltern bespitzelten?“ Er erzählte auch von den Schicksalen verbotener Liebschaften zwischen Menschen in der Bundesrepublik und der DDR und wie die Stasi diese Beziehungen zerstörte. Mit Hilfe der Arbeit der BStU können nun die Akten der Stasi eingesehen und das perfide Vorgehen der Staatssicherheit sowie die Verflechtungen unterschiedlicher Stellen aufgearbeitet werden.

Der Geschichtswissenschaftler Dr. Hans-Peter Löhn besuchte am vergangenen Freitag, unser Gymnasium, um über die DDR und speziell über die Stasi zu referieren. Aufgrund einiger Schafe auf den Gleisen zwischen Berlin und Hannover verzögerte sich der Vortrag allerdings um eine Stunde und so blieben Dr. Löhn am Ende nur knappe 30 Minuten. Zunächst war die Veranstaltung als Fortbildungsseminar für die Geschichts- und Politiklehrer des Gymnasiums Großburgwedel gedacht, doch auf Bitte einiger Schülerinen und Schüler hin, fand dieser Termin auch für die Politikkurse der Oberstufe statt.

Dr. Hans-Peter Löhn ist Historiker. Er studierte und promovierte an der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg. Danach war er bis 1991 wissenschaftlicher  Assistent an der Pädagogischen Hochschule Halle. Seit Anfang 1992 ist er Mitarbeiter der BStU und ist in der politischen Bildung tätig. Inzwischen widmet er sich vor allem der Aufklärungsarbeit junger Menschen, die die DDR nicht mehr erlebt haben. Er referiert in Schulen über das Leben in der DDR und wie die Stasi das Leben der Menschen dort beeinflusste.

Löhns kurze Exkursion zurück in DDR-Zeiten hinterließ trotz der knappen Zeit Eindruck bei uns Schülern.Natürlich sind diese Themen Teil des schuleigenen Curriculums und sicherlich hat jeder auch außerhalb der Schule schon das Ein oder Andere über die DDR und ihre Staatssicherheit gehört. Und doch ist diese Art von Unterricht auf besondere Weise abwechslungsreich und spannend, da die Informationen durch die Vermittlung eines Zeitzeugen authentisch dargeboten werden.