"Der Geschichte ein Gesicht gegeben"

Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim/ Auschwitz

Erstellt von Johannes Grüne | |   Exkursionen & FahrtenSchuljahr 2018/19International
Foto: Zeitzeugengespräch mit Herrn Prof. Waclaw Dlugoborski

Zeitzeugengespräch mit Herrn Prof. Waclaw Dlugoborski

Natürlich kennen alle Schülerinnen und Schüler das Thema Shoah bzw. Holocaust aus dem Unterricht - nicht nur im Fach Geschichte steht das Thema vor allem in den höheren Jahrgängen auf dem Lehrplan. In der 10. Klasse ist zur Vertiefung ein Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen fest eingeplant, trotzdem bleibt das Thema oft abstrakt. Auf Schülerinitiative hin fand vor einigen Jahren erstmals eine Reise nach Polen statt. Besonders interessierte Schülerinnen und Schüler haben seitdem die Gelegenheit, die Gedenkstätten am Ort der ehemaligen NS-Konzentrationslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau zu besuchen.

In diesem Jahr ging es per Bahn nach Oświęcim, so der polnische Name der eigentlich beschaulichen Kleinstadt. An zwei Tagen hat die Gruppe des Gymnasiums das Museum und die Gedenkstätten im Lagerkomplex besucht - ein Erlebnis, dass bei Temperaturen um dem Gefrierpunkt und zeitweise starkem Schneefall auch physisch belastend war.

Für viele Schülerinnen und Schüler der Fahrt war ein Höhepunkt sicherlich die Gelegenheit, einen Zeitzeugen persönlich zu treffen. Wacław Długoborski, Häftling im Lager Birkenau und im späteren Leben Professor an der Universität Katowice, ließ die Gruppe an seiner Geschichte teilhaben und bemühte sich im Anschluss an seinen Vortrag, Fragen der Teilnehmer bestmöglich zu beantworten. Besonders dieses Treffen, so eine der Schüleinnen später, habe der Geschichte für sie nun endlich ein Gesicht gegeben.

Ein Tag in Krakau, den die Gruppe mit einem Stadtrundgang und dem Besuch zweier Synagogen im ehemals jüdischen Viertel Kazimierz verbrachte, bildete den Schlusspunk einer sicherlich eindrucksvollen Exkursion.