Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

Schülerinnen und Schüler besuchen ehemalige Konzentrationslager

Erstellt von Louisa Gehrke und Leroy Köhler | |   Exkursionen & FahrtenSchuljahr 2017/18International
Foto: Blick vom Wachturm auf das Gelände des ehemaligen Lagers Auschwitz-Birkenau (Foto: Leroy Köhler)

Blick vom Wachturm auf das Gelände des ehemaligen Lagers Auschwitz-Birkenau (Foto: Leroy Köhler)

Foto: Kleidungsstücke in der Ausstellung im ehemaligen Stammlager (Foto: Leroy Köhler)

Kleidungsstücke in der Ausstellung im ehemaligen Stammlager (Foto: Leroy Köhler)

29 Schülerinnen und Schüler des 11. und 12. Jahrgangs fuhren, begleitet von Frau Zietz und Herrn Grüne, vom 27.11. – 1.12.2017 nach Oświęcim (Auschwitz).

Unsere elfstündige Bustour startete gegen 7:00 Uhr an der Schule und verlief relativ ereignislos bis auf die gesperrten Straßen, die den Weg zu unserer Unterkunft etwas erschwerten.

Das dicht geplante Programm startete Dienstag mit einer Führung durch das Stammlager Auschwitz. Dabei bekamen wir einen Eindruck von den Lebensbedingungen im Lager und den Schandtaten der Nationalsozialisten gegenüber den Häftlingen. Wir gingen in einige der Baracken, wo wir Fundstücke wie Brillen, Kleidung, abrasierte Haare von Gefangenen oder auch die leeren Behälter von Zyklon B, mit denen die Gaskammern in Betrieb genommen wurden, sehen konnten.

Abends gab es eine Stadtführung durch Oświęcim, anschließend besuchten wir das jüdische Zentrum, um dort etwas über die frühere jüdische Gemeinde der Stadt zu erfahren. Heute leben in Oświęcim offiziell keine Juden mehr.

Mittwoch hatten wir dann die Führung durch das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Im Gegensatz zum Stammlager stehen dort heute nur noch wenige Baracken (teils ehem. Pferdeställe), da die Nationalsozialisten noch versucht hatten, die Spuren der Vernichtung zu verwischen. Äußerst beeindruckend war die tatsächliche Größe des Lages, die man zwar aus dem Unterricht kannte, aber erst jetzt wirklich verstehen konnte (Beispiel: In einer Baracke sollten auf 2x2m bis zu 10 Erwachsene schlafen). Beeindruckend waren unter anderem auch die bekannte Verladerampe und die Ruinen der großen Krematorien, wo in der Hauptbetriebszeit eine hohe Zahl an Menschen pro Tag ermordet und verbrannt wurde. Es lauerte sozusagen jede Minute der Tod auf die Menschen.

Abends hatten wie die Ehre, mit einem ehemaligen politischen Häftling reden zu können, welcher ein Überlebender aus Birkenau war. Er hatte als polnischer politischer Häftling keinen Kontakt zu jüdischen Gefangenen, die in anderen Teilen des Lagers lebten, und genoss beispielsweise den „Luxus“, zeitweise Versorgungspakete zu erhalten. Interessant war auch, dass eine Krankheit, die ihn fast getötet hätte, letztendlich sein Leben rettete, denn nach seiner Erkrankung konnte er nicht wieder zurück an seine alte Arbeitsstelle im Lager und musste sich darauf in der Krankenbaracke um andere kranke Häftlinge kümmern.

Der letzte Programmpunkt unserer Fahrt war der ganztägige Ausflug nach Krakau. Dort erhielten wir eine persönliche Stadtführung von Herrn Grüne und Frau Zietz. Trotz des sehr kalten Wetters schlugen wir uns dennoch wacker und besichtigten unter anderem die wunderschöne historische Altstadt und das jüdische Viertel, wo wir auch einen jüdischen Friedhof besuchten, welcher deutliche Unterschiede aufweist zu denen, die wir von hier kennen. Aufgrund des schlechten Wetters kamen wir allerdings nicht mehr, wie ursprünglich geplant, zum Krakauer Ghetto.Nach Freizeit und einem gemeinsamen Abendessen kehrten wir in unsere Unterkunft zurück.

Rückblickend lässt sich sagen, dass die Fahrt sehr lehrreich und beeindruckend war. Man lernte nicht nur etwas über Auschwitz und die Juden, die dort gelebt haben und vernichtet worden sind. Es wurde uns das Judentum insgesamt nähergebracht. Die Möglichkeit, einen Überlebenden zu treffen, war auch eine besondere Situation.