Ich traue mich hoch hinaus!

Sprachlerngruppe beendet zwei Jahre gemeinsamer Schulerfahrung im Klettergarten

Erstellt von Ewa Karolczak und Michael Messner | |   Schuljahr 2016/17 Feste & Feiern

Hoch hinaus - Sprachlernklasse im Klettergarten Isernhagen

6 Jungen und 5 Mädchen haben Klettergurte angelegt, Helme angezogen und testen am Boden die richtige Technik zur Selbstsicherung am Seil. Alle sind das erste Mal dabei und wollen unbedingt hoch auf das Piratenschiff. Das muss doch zu schaffen sein! Und schon balancieren die ersten auf den wackeligen Brettern und Seilen, klippen konzentriert die Karabiner um und geben sich untereinander Anweisung und auch ein ermutigendes Wort.

Friederike Hahn und Kathrin Rüter haben diese Aktion zum Abschluss der zwei Schuljahre als Sprachlernklasse organisiert. Ab dem neuen Schuljahr 2017/2018 werden die Schülerinnen und Schüler, die aus mehreren Ländern stammen, in die Klassenverbände eingegliedert und ohne die bisherige Unterstützung und Begleitung der beiden engagierten Lehrerinnen auskommen müssen. „Wir bleiben aber auch so in Kontakt“ höre ich immer wieder. Ja, man kennt und vertraut sich. Diesen Eindruck gewinne ich schnell, wenn ich erlebe wie die Jugendlichen aufeinander Rücksicht nehmen und freundlich mit ihren Lehrerinnen umgehen.

Die größte Mutprobe ist, sich von 12 Meter Höhe in die Tiefe fallen zu lassen. Dort angekommen muss man sich zunächst mit allen drei Karabinern sichern, sich konzentrieren und die Angst überwinden. Denn die hat jede und jeder. Ich habe mich nur wenige Meter von der „Landestelle“ entfernt positioniert und halte Kontakt zu den Schülerninnen und Schülern. Ich lasse mir ihre (immer richtig!) eingehängten Karabiner zeigen und leite sie an, wie sie es machen sollen: sich auf die Vorstufe hinsetzten, das Seil mit den beiden Händen halten und sich trauen, ins Seil zu rutschen. Unten sicher angekommen sind sie eine Weile noch ganz überwältigt. Gerade das Abseilen erfordert viel Überwindung und Mut.

Zum Abschied erzähle ich noch, welche Angebote wir - Herr Michael Messner und ich - als Schulseelsorgeteam im neuen Schuljahr machen möchten, z.B. regelmäßige Tee-Stube während der großen Pause, und dass wir für die Jugendlichen da sind, wenn sie uns brauchen. Dann fragen mich noch einige, wo ich denn selber herkomme und wie es für mich als Migrantin war, am Anfang ohne Sprachkenntnisse zu Recht zu kommen. So kommen wir schnell ins Gespräch. Ich hoffe, wir sehen uns nach den Sommerferien bald wieder!