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Das Fach Kunst am Gymnasium Großburgwedel

Kunst ist eine tragende Säule unser Gesellschaft und vermittelt persönliche und kollektive Werte. Sie ist sinnstiftend und verschafft den Menschen Identität. Traditionell gibt sie Kraft und Hoffnung, besonders in nicht einfachen Zeiten. Dabei involviert sie auch immer politische Aspekte, denn sie spiegelt gesellschaftliche und geschichtliche Abläufe und Prozesse.

Hinter dem Wort „Kunst“ versteckt sich viel mehr, als allgemein angenommen. Das altgriechische Wort, das mit „Kunst“ übersetzt wurde, ist „techne“. Richtig: Auch das Wort „Technik“ leitet sich davon ab. Die Bedeutung des Wortes geht im Verständnis auf die Lehre des griechischen Philosophen Platon zurück. Ihm waren bei diesem Begriff zwei Aspekte gleich wichtig: Das handwerklich orientierte Können und das objektive Wissen, das für uns heute „Fachwissen“ bedeutet. So nähert sich zeitgemäßer Kunstunterricht, wie er auch am Gymnasium Großburgwedel mit viel Herzblut unterrichtet wird, wieder sehr seinem eigentlichen Begriff. Denn praktisch umgesetzt werden sollen Werke im Kunstunterricht unter besonderer Beleuchtung der aller wichtigen kunstgeschichtlichen und kulturellen Rahmenbedingungen und Einübung der Fachterminologien.

Freie Kunst, angewandte Kunst und Darstellendes Spiel

Alle wichtigen Arten von Werken, die Kunst und Gestaltung im Lauf der Kunstepochen ausgeprägt haben, werden von der Fachschaft Kunst im Unterricht den Schülern und Schülerinnen nahegebracht. Einmal „freie Kunst“ mit Malerei, freien künstlerischen Zeichnungen und Grafiken, Bildhauerei, künstlerische Grafik und künstlerischen Druckverfahren. Dazu die „angewandte Kunst“ mit Kommunikationsdesign, Industriedesign, Transportation-Design, Screen-Design, Modedesign, Architektur, angewandter moderner Drucktechnik, Typografie, kommerzieller Grafik und Illustration. Auch Arbeit mit neuen Medien kommt im heutigen Kunstunterricht nicht zu kurz (Film, Fotografie, on- und offline-Media). Ganz im Zeichen der Kunst der Moderne, der Postmoderne und der zeitgenössischen Kunst beschäftigen sich Schüler im Kunstunterricht auch mit eigenen und vorgegebenen Texten, Gedichten, Installationen und mit Performance-Kunst. So wird seit dem Schuljahr 2011/2012 auch im Kunstunterricht des Gymnasiums Großburgwedel „Darstellendes Spiel“ angeboten, damit sich Schülerinnen und Schüler in der Tradition der Dadaisten in Performance und künstlerischem Theater ausrücken können, um Persönlichkeit auszubilden.

Junge Menschen für Kunst und Kultur gewinnen

Den Schülerinnen und Schülern wird dabei genug Freiraum gegeben, eigene kreative Ideen und Lösungsansätze zu finden und gestalterisch umzusetzen. Dabei ist ein Hautaugenmerk des Unterrichts, junge Menschen nicht nur Handwerkzeug für künstlerische Praxis und Analyse von unterschiedlichen Werken der Bildenden Kunst mit auf den Weg zu geben, sondern diese auch für Kunst und Kultur zu gewinnen. Nicht jeder junge Mensch wird einmal einen künstlerischen, gestalterischen oder medialen Beruf ergreifen wollen – sollte aber einen Zugang zu Kunst und Kultur bekommen und diesen auch zukünftig als erwachsener Mensch erhalten und leben können. Dies hat gesellschaftliche Relevanz, denn „Kunst“ hat auch viel mit der „Kunst des Zusammenlebens“ zu tun (um bei Platon zu bleiben).

Schülerinnen und Schüler sollen im Kunstunterricht, wie er am Gymnasium in Großburgwedel verstanden wird, auch einen neuen künstlerisch-kreativen Blickwinkel auf die Sicht der Dinge bekommen - ohne die ausschliessliche Einengung auf trockene, nüchterne, sachliche und rein wissenschaftliche Fakten. Dabei wird natürlich auch das derzeitige Schulleben nicht ausgeschlossen - an dem die Fachschaft Kunst sehr aktiv in visueller Präsentation und Darstellung teilnimmt. Denn der Kunstunterricht nimmt aktuelle Aspekte aus dem Schulalltag mit auf und visualisiert durch Schülerarbeiten - auch fachübergreifend - aktuelle Geschehnisse, Veranstaltungen und Events. Hierbei gibt es Zusammenarbeit besonders mit Arbeitsgemeinschaften der Schule, wie z.B. der Theater-AG. Eng zusammen wirkt die Fachschaft Kunst zudem mit anderen Fachschaften, wie z.B. der Fachschaft Musik und der Fachschaft Geschichte. Dies natürlich nur, wenn Kunst-Schultafel und der Lehrplan dies zulassen.

Kunst-Unterricht am Gymnasium Großburgwedel findet aber nicht nur in der Schulumgebung statt! Ausserschulische Lernorte werden besucht (u.a. Museen in Hannover, Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg) und den Schülern öffentlicher Raum für Ausstellungsmöglichkeit eigener Werke verschafft (z.B. in der Dokumentationsstätte Sievershausen). Die Fachschaft Kunst berät Schüler, die Medienberufe ergreifen wollen – und vermittelt ggf. auch Praktikantenplätze für Schulpraktika im Verlagswesen, in Agenturen und Studios.

Die Fachschaft Kunst hat für die Jahrgänge Klassen 5-10 seit längerer Zeit für die Stundentafel des Gymnasiums Großburgwedel einen schuleigenen Lehrplan entwickelt, der sich bewährt hat und zur Zeit den neuen zentralen curricularen Vorgaben des Landes Niedersachsen (Sekundarstufe 1) angepasst wird. In Oberstufe wird schon seit längerer Zeit nach curricularen Vorgaben unterrichtet, die das Land Niedersachsen vorgibt, um Schülerinnen und Schüler auf die die Anforderungen des Abiturs vorzubereiten.

Unterrichtsinhalte

Das Fach Kunst wird am Gymnasium Großburgwedel in Form von normalem Kunstunterricht erteilt, aber auch zusätzlich in Projektarbeit als Kurs „Wahlpflicht Kunst“. In den Jahrgängen 5 und 6, die zukünftig nach dem neuen Kerncurriculum als Doppeljahrgang verknüpft sein sollen, werden die Kerninhalte Inszenierung, fantastischer Raum, Bildsequenz und die Inhaltsbereiche allgemeine Gestaltungsgrundlagen und speziell „Bild des Menschen, Bild des Raumes und Bild der Zeit“ vermittelt. In der Praxis malen, zeichnen, collagieren und bauen die Schüler. Diese Tätigkeiten werden begleitet von Theorie-Einheiten, die sich auf Handwerk und Kulturgeschichte beziehen (Kunstgeschichtliche Aspekte: u.a. „Kunst der Moderne“, „zeitgenössische Kunst“ und „Barock“). In den Klassen 5 und 6 findet am Gymnasium Großburgwedel ganzjährig Kunstunterricht statt. Die Jahrgänge 7 und 8 sind zukünftig ebenfalls als Doppeljahrgang verknüpft. Im Unterricht - hier ganzjährig erteilt - werden die Kerninhalte Objektdarstellung, Fotografie und bewegte Bilder vermittelt in den Inhaltsbereichen Grundlagenvermittlung, „Bild des Menschen, Bild des Raumes, Bild der Dinge und Bild der Zeit“. Praktisch zeichnen (nicht nur illustrativ - sondern besonders perspektivisch und grafisch reduziert), malen, collagieren, plastizieren und bauen die Schülerinnen und Schüler. Alle diese Arbeiten werden begleitet von theoretischen Einheiten zur handwerklichen Umsetzung und zu kulturgeschichtlichen Aspekten (Kunstgeschichtliche Aspekte: u.a. „Mittelalter“, „Rennaisance“, „Impressionismus“, „Kunst der Moderne“). Ab Jahrgang 7 üben die Schüler in mündlicher und schriftlicher Form die Bildbeschreibung, ab Klasse 8 zukünftig die Bildanalyse (bisher ab Jahrgang 9). Der Kerninhalt „Perspektivisches Zeichnen“, bisher in den Jahrgängen 9 und 10 unterrichtet, wird durch Anpassung an das neue Kern-Curriculum nun - bedingt durch die Stundentafel des Gymnasiums - zukünftig in den Jahrgängen 8 und 9 unterrichtet (in JG 9 verbunden mit „Landschaftsdarstellung“). In Jahrgang 9 gibt es im Unterricht, der epochal erteilt wird, zukünftig zudem als Schwerpunkt den Kerninhalt „Angewandte Kunst “ (Design). Das Thema Bildanalyse wird eingehend vertieft. Inhaltsbereiche sind dabei allgemein Grundlagenvermittlung und speziell „Bild des Raumes und Bild der Dinge“. Theorie-Teile des Unterrichts beziehen sich auf handwerkliche Grundlagenvermittlung und Kulturgeschichte (u.a. Beleuchtung der kunstgeschichtlichen Epochen „Impressionismus“, „Kunst der Moderne“, „Postmoderne Kunst“, „Zeitgenössische Kunst“ und der Geschichte und Entwicklung der heutigen Design-Richtungen). Im Jahrgang 10 werden zukünftig die Kerninhalte „Zeichnen nach Modell“, „Film/new media“ und „architektonische Objektdarstellung“ unterrichtet werden. Der Unterricht findet halbjährlich statt und wird den Schülern im Kurssystem erteilt. Zu den Inhaltsbereichen gehört dabei „Bild des Menschen, Bild des Raumes und Bild der Zeit“. Zu den praktischen Einheiten wird begleitende Theorie zur handwerklichen Umsetzung vermittelt. Im kulturgeschichtlichen Teil gibt es u.a. einen zusammenfassenden Überblick über alle wichtigen Epochen der Kunstgeschichte, die einzeln in Teilen bereits in den Jahrgängen 5 – 9 behandelt wurden. Zusätzlich wird zukünftig das Thema „Geschichte und Entwicklung der Architektur“ beleuchtet. Klasse 10 bereitet die Schülerinnen und Schüler auf die Oberstufe vor. In den Jahrgängen 11 und 12 werden im Unterricht (Kurssystem) wechselnde Themenbereiche in Praxis und Theorie unterrichtet, die zentral curricular vorgeschrieben werden.

Die Schüler und Schülerinnen erleben am Gymnasium Großburgwedel einen kompetenzorientierten Unterricht. Sowohl in Phasen der Produktion und in Phasen der Rezeption werden Schülerinnen und Schüler methodisch geschult. Doch dabei bleibt es nicht! Schüler lernen, Ideen zu entwickeln, gezielt zu recherchieren, schriftlich zu planen und zeichnerisch zu skizzieren, bevor sie ein eigenes Werk in Reinausführung umsetzen. Zudem werden allgemeine und fachliche methodische Kompetenzen in Reflexion und Präsentation entwickelt. Besonders im Fach Kunst ist es wichtig, bei Vorträgen, Präsentationen und Aufführungen zu visualisieren.

Bildungsbeitrag

Der Bildungsbeitrag des Faches Kunst wird im aktuellen niedersächsischen Kerncurriculum für Gymnasien (Sek 1) wie u.a. wie folgt beschrieben (Auszüge: Seite 7 und 8):

Das Unterrichtsfach Kunst ist zentraler und unverzichtbarer Bestandteil der ästhetischen Bildung als Ausdruck kultureller und damit auch allgemeiner Bildung. Es vermittelt grundsätzlich Qualifikationen im Umgang mit den fachspezifischen Erkenntnisweisen der Produktion und Rezeption von Bildern im Umgang mit künstlerischen Strategien sowie medialen Verständigungssystemen und eröffnet den Schülerinnen und Schülern Wege zur kulturellen Teilhabe. Auch fördert es die Entwicklung der Persönlichkeit, indem es über das kognitive Lernen hinaus die verschiedenen Dimensionen der ästhetischen Wahrnehmung und Gestaltung eröffnet und zur Entwicklung eines kulturellen Wertesystems beiträgt.

Das Fach Kunst will kreative Prozesse initiieren und die ästhetische Wahrnehmung von eigenen und fremden Bildern schärfen. Es willzui ihrem aktiven, kompetenten Gebrauch anregen und dabei Freude und Genussfähigkeit wecken. Gleichzeitig will es die Funktion von Bildern kritisch beleuchten, ihre Wirkungszusammenhänge erkennbar und dabei die Manipulationsmöglichkeiten durchschaubar machen. Gestaltende Eigenfähigkeit und reflexive Distanz verstehen sich auch als emanzipatorisches Element in einer medial bestimmten Welt und haben identitätsbildenden Charakter für das Individuum. Die Prozesse und Ergebnisse eigener ästhetischer Tätigkeiten der Schülerinnen und Schüler stehen auchdeshalb im Mittelpunkt des Faches, weil sie dem Individuellen Platz einräumen und – anders als z.B. kommerzielle Bilder – bereits selbstreflexiv angelegt sind, d.h. ein Nachdenken über Bilder und Bildprozesse im besonderen Maße ermöglichen“.

Unterrichts-Motto der Fachschaft Kunst

Die Fachschaft Kunst des Gymnasiums Großburgwedel hat dabei für ihren Unterricht ein besonderes Motto, das alle Lehrer nach Möglichkeit bei der Vermittlung des Unterichtstoffs mit all seinen verschiedenen Themen beherzigen wollen: „Die Schülerinnen und Schüler im Kunstunterricht immer dort abholen, wo sie in ihrem Lebensalltag stehen!“

Eingeführte Lehrwerke am Gymnasium Großburgwedel im Kunst-Unterricht:

Jahrgang 5 und 6:

BILDENDE KUNST 1 / Sehen Verstehen Gestakten (Autoren: Josef Walch/ Michael Klant) Schroedel Verlag

Jahrgänge 7 und 8

BILDENDE KUNST 2 / Sehen Verstehen Gestakten (Autor: Josef Walch) Schroedel Verlag

Jahrgänge 9 und 10

BILDENDE KUNST 3 / Sehen Verstehen Gestakten (Autor: Michael Klant) Schroedel Verlag

Kunstgeschichtliche Begleitwerke für alle Jahrgänge:

Kammerlohr „Epochen der Kunst“ (Bände 1 – 5), Verlag: Oldenbourg

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Ansprechpartner

Jürgen Keuneke
Fachobmann Kunst
Consultant/Berater Medienberufe

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